Bio Kürbishof Metz
Mitten im Mostviertel steht der Hof von Familie Metz. Ein ordentlicher Vierkanter, den schon Generationen prägten. Mit Leidenschaft und Feingespür erzählt uns Karin Metz, wie es dazu kam, dass hier mitten im Mostviertel Kürbisse wachsen und wie vielseitig diese verwendet werden können.
Liebe Karin, wer dich einmal kennengelernt hat, vergisst nie deine Begeisterung für den Kürbis und für das Leben an sich. Du bist für mich das Paradebeispiel einer innovativen Bäuerin. Wie kam es dazu, dass ihr euch auf Kürbisse spezialisiert habt?
Für mich war schon als Kind klar, dass ich den elterlichen Hof übernehmen möchte. Meine Eltern und auch die Generationen vor ihnen haben den Hof immer weiterentwickelt. So hatten wir zum Beispiel schon sehr früh einen Traktor aus den Steyr-Werken. Als sich auch mein Mann Raimund entschied, mit in der Landwirtschaft zu arbeiten, fuhren wir bei seiner Meister-Exkursion in die Steiermark Kürbis-Betriebe anschauen. Da kam die Idee, es hier im Mostviertel auch zu versuchen.
Eine große Entscheidung, zumal ihr ja davor einen Schweinebetrieb hattet.
Ja, das ist eines meiner großen Learnings: Man muss immer offen gegenüber neuen Technologien und Betriebszweigen sein. Ein Bio-Kürbisbetrieb zu sein heißt auch sehr viel Handarbeit. Ich habe immer gesagt, wenn es hier ein Gerät gibt, das uns das Hacken zwischen den einzelnen Kürbispflanzen abnimmt, bin ich die erste, die das ausprobiert.
Ja, und jetzt erzählst du ganz stolz von deinem neuen KI-Hackgerät.
Genau, das nimmt uns wirklich sehr viel anstrengende Handarbeit ab. Das Gerät fotografiert live die Kürbisreihe, erkennt, wo eine Kürbispflanze ist, und hackt nur dazwischen.
Aber gerade beim Speisekürbis ist trotzdem noch sehr viel Handarbeit mit dabei!
Ja, das ist richtig. Jeder Kürbis wird von Hand geerntet und gewaschen. Bei den Ölkürbissen teilen wir uns eine Erntemaschine, die die Kürbisse aufspießt und nur die Kerne gewinnt. Meine Eltern bringen die geernteten Kerne dann zu einer Ölmühle in die Steiermark, wo sie geröstet und gepresst werden.
Bei der Menge an Ölkürbis für 1 l Kürbiskernöl haben wir uns ja ordentlich verschätzt.
Ja, man glaubt gar nicht, wie viele Kürbisse es hier braucht. Für 1 l Öl braucht man etwa 2–3 kg Kerne. Das entspricht aber ungefähr 30 Kürbissen!
Ein wirklich wertvolles Produkt! Wie ist es euch heuer mit der Dürre im Sommer ergangen?
Der Kürbis ist hier wirklich ein Phänomen! Durch das trichterförmige Blatt kann er auch kleinste Mengen an Regen direkt über den Stängel bis zur Wurzel hinunterleiten. Wir haben glücklicherweise auch sehr schwere und lehmige Böden. Allerdings haben viele Pflanzen nur eine Frucht ausgebildet und die anderen abgeworfen. Die Ernte ist schon weniger als normal.
Wenn wir aus euren Hokkaidos eine Suppe kochen, schmeckt man immer den intensiven Geschmack eurer Kürbisse. Was kann man noch alles aus Kürbis machen?
Bei uns am Hof wachsen über 150 Kürbis-Sorten. Da sind die Verwendungsmöglichkeiten natürlich auch je nach Sorte unterschiedlich. Meine Kinder lieben den Ofenkürbis von Hokkaido, Muskat oder Buttercup. Wir machen auch Kürbis-Pestos, Knabberkerne, die Knabber-Brotchips, die auch in eurer Minibar zu finden sind, und unser ganz neues Produkt: unser Kürbis-Spice.
Da ist euch wirklich etwas Tolles gelungen! Wie eine Sojasauce, aber aus Kürbis.
Ja, wir fermentieren hier den eiweißreichen Presskuchen aus der Kürbiskernöl-Produktion und bekommen dadurch einen fantastischen Umami-Geschmack. Bei euch am Buffet wird sie neben den Bio-Garnelen beim Sonntagsbrunch stehen, habe ich gehört.
Ja, wir freuen uns sehr, eure tollen, regionalen Bio-Produkte bei uns im Hotel verwenden zu dürfen. Und wir sind schon gespannt, was eure nächste Generation einmal alles angehen wird.
Woher kommt unser Bio Schafkäse am Frühstücksbuffet
Unser Bio Frühstück - Genuss mit gutem Gewissen
Fotocredit: Uschi Wolf, Moststrasse, Doris Schwarz-König